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ADRENALER STRESSTEST
Labor-Befundinterpretation...

Diese Analysen misst Hormone in Speichelproben:

  • Cortisol
  • DHEA

Obwohl DHEA und Cortisol beide den Nebennieren entstammen, weisen sie reichlich gegensätzliche Wirkungen auf.

CORTISON

Das vielfach zitierte Cortison wird in den Nebennieren (NN), kappenartige Drüsen, die den Nieren aufgelagert sind, produziert. Jede Drüse besteht aus einer inneren und äusseren Gewebeschicht. Die Cortisone - davon gibt es verschiedene Typen: Mineral-Cortisone, Glucocortisone und Androgene - entstammen der äusseren Schicht, die Markgegend ist für das Adrenalin verantwortlich. Cortisol-Blutspiegel, auch bekannt unter dem Namen Hydrocortison (Glucocorticoid) und Dehydroepiandrosteron (DHEA) sind somit Indikatoren für die Aktivität der Nebennierenrinde. Die Cortison-Sekretion weist einen sog. circadianen Rhythmus auf, das heisst, dass der Wert des Cortisons morgens am höchsten ist und gegen Mitternacht markant abfällt. Dies hat auch einen Grund. Cortison ist ein Aktivitätshormon und baut Gewebe ab. Am Morgen braucht man die Bereitstellung von Zucker für die Verbrennung und Muskelaktivität, nachts ist die Phase der Erholung und des Wiederaufbaus, was hohe Konzentrationen an Cortisol entsprechend verhindern würde.

Viele der Aufgaben von Cortisol zielen somit auf die Mobilisation von Körper-Reserven. Cortisol stellt das primäre "Stresshormon" dar und wird vor allem in grossen Mengen bei physischem, physiologischem und psychologischem Stress ausgeschüttet. Wenn die Stressoren erhalten bleiben, kann die gesteigerte Nebennierenrindenaktivität andauern. Damit sinken die natürlichen Nebennierenreserven, es kann sogar eine gewisse Unterfunktion eintreten, obwohl eigentlich im Blut ausreichend Hormone nachgewiesen werden können.

Mögliche Folgen:

  • Vermehrte Produktion von Zucker und anderen Reservesubstanzen durch die Leber.
  • Verzögerte Zuckerverwertung, erhöhten Blut-Zuckerspiegel
  • Vitalitätsverlust, allgemeine Müdigkeit
  • Verminderte Eiweissproduktion mit verstärkten Eiweiss-Abbau. Muskelschwäche
  • Übergewicht vor allem im Bereich Stamm, Brust, Hals, Gesicht
  • Immunschwäche
  • Schlafveränderungen: verstärkte REM Phasen und oberflächlicher Schlaf. Mangelhafte Erholung.
  • Knochendichte vermindert, Osteoporosegefahr erhöht
  • Schilddrüsenunterfunktion

DHEA

Dehydroepiandrosteron (DHEA) sind Zwischenstufen in der Synthese vom männlichen Hormon Testosteron, oder dem weiblichen Hormon Oestrogen. DHEA wird im Alter von 7 Jahren erstmals gebildet, findet ein Maximum zwischen 25-30 Jahren und fällt mit zunehmendem Alter wieder ab. Der Abfall geht parallel mit einer Verminderung der Immunkompetenz (Infektionen im Alter sind gefährlicher!) und der Zunahme von Alterskrankheiten einher. DHEA beeinflusst den Fettstoffwechsel, die Energiegewinnung in den Mitochondrien, Eiweiss-Synthese und Schilddrüsenfunktion. DHEA weist einen ähnlichen circadianen Rhythmus auf wie Cortisol und verschiedene positive Effekte auf: Gewichtsabnahme, Blutdrucksenkung, Immunstärkung, Müdigkeits- und Stressbewältigung, Gedächtnisverbesserung (Das Gehirn weist 7x mehr DHEA auf als im Blut.), Schlafqualitätserhöhung, weniger Immunerkrankungen und virale Infekte. Aus diesem Grunde wird DHEA nicht ganz zu Unrecht als Anti-Alterungshormon bezeichnet.

Daraus lässt sich unschwer vorstellen, welche Beschwerden mit einer verminderten Produktion von DHEA einhergehen. Die Synthese wird vor allem dann reduziert vorgefunden, wenn man längere Zeit einem unphysiologischen psychischen und/oder physischen Stress ausgesetzt ist, da die Nebennieren sich vor allem auf die Produktion von Cortison einstellen. Das Verhältnis dieser Hormone zueinander ist somit ein guter Indikator, wie der Organismus mit allfälligem Stress fertig wird.

DHEA Mangelfolgen

  • Osteoporose
  • Herz-Kreislaufkrankheiten
  • AIDS, Immunstörungen, Autoimmunkrankheiten
  • Bestimmte Krebsarten
  • Schilddrüsenkrankheiten
  • Zuckerkrankheit
  • Blutdruckerhöhung
  • Alzheimer
  • Uebergewicht

Bei DHEA Überschuss

  • Männliche Behaarung bei Frauen
  • Zu niedriger Blutdruck

Therapie

Neben der DHEA Gabe, die nur unter ärztlicher Kontrolle und in einer möglichst tiefen Dosierung eingeleitet werden soll (ca 10 mg/Tag), ist auch zu achten auf gesunde Ernährung, Stress-Abbau und Fitness. Beachten Sie, dass DHEA ein sehr potentes Hormon verkörpert. Noch relativ wenig ist bekannt über die Folgen einer längeren Einnahme. Bei Frauen kann es in einer hohen Dosierung zu Menstruationsstörungen und männlicher Behaarung kommen.
Eine natürliche und pflanzliche Quelle von DHEA ist die Yamswurzel, eine Dioscorea-Art.

Untersuchung
Grundsätzlich kann Cortisol in einer Blutprobe analysiert werden. wichtig ist, dass die Blutentnahme immer am morgen zwischen 07 - 09:00Uhr erfolgt. Eine genauere Aussage ist mittels der Analyse von Speichelproben zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten möglich. Dadurch erhalten wir nicht nur einen Einzelwert (Querschnitt) sondern erfassen damit zugleich den Tagesrhythmus, was für die Beurteilung der gesunden Hormonfunktion sehr wichtig ist.

Befundinterpretation...

   
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